Montag, 25. Januar 2021
Tagebuchbloggen 24.01.2021
Sonntag, ich darf ausschlafen, der Mann hat Nachtschicht. Nachdem ich zwei Nächte sehr wenig und unruhig geschlafen hatte, weil der Kleine Pseudo-Krupp-Anfälle hatte, mache ich in der Nacht zu Sonntag die Schlafzimmertür zu und nehme Ohrstöpsel. Ich schlafe 10,5 Stunden tief und ruhig. War auch sehr nötig.

Das Kind hatte laut Auskunft meines Mannes einen größeren Hustenanfall gegen 23 Uhr, der Rest der Nacht verlief recht ruhig. Wir frühstücken zusammen, das Kind wirkt auf mich recht fit und gut gelaunt. Nach dem Frühstück spielen wir zusammen, dann gehe ich eine Runde laufen.

Unterwegs treffe ich eine Bekannte mit ihrer kleinen Tochter. Wir kennen uns aus dem Schwangerschaftsyoga. Beim Plaudern stellt sich heraus, dass sie im siebten Monat schwanger ist, was ich erst gar nicht gesehen hatte, da sie sehr sehr schlank ist und eine dicke Winterjacke trägt (war auch in ihrer ersten Schwangerschaft so). Ich freue mich für sie und wir reden über Kinderbetreuung, Corona, etc. Sie erzählt, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz nicht sicher gefühlt hatte, da ihr Chef wohl der Meinung war, Corona gäbe es nicht und es überhaupt keine Schutzmaßnahmen gab. Leider hat sich auch ihre Frauenärztin sehr lange geweigert, ihr unter diesen Umständen Beschäftigungsverbot auszusprechen. Soviel zum Umgang mit der Pandemie in deutschen Unternehmen. Wir nehmen uns vor, uns mal wieder zu treffen wenn die Pandemie rum ist.

Während des ganzen Gesprächs stand ihr Töchterlein ganz ruhig daneben, teils an der Hand der Mutter, teils friedlich in der Pfütze patschend. Ich muss darüber schmunzeln, mein Kind hätte wahrscheinlich nach 5 Minuten versucht, dazwischen zu quaken, meine Aufmerksamkeit zu erregen oder irgendeinen Unsinn angefangen. Aber die Tochter der Bekannten war schon seitdem sie ein Baby ist sehr ruhig und tiefenentspannt, ganz wie ihre Eltern.

Während ich weiter laufe, muss ich denken, dass ich ein bisschen neidisch bin. Manchmal wünsche ich mir auch ein zweites Kind. Aber unter unseren Rahmenbedingungen wäre das einfach nicht stemmbar. Meine Bekannte hat sowohl ihre Eltern als auch ihre Schwiegereltern ganz in der Nähe wohnen, alle sind gesundheitlich fit, in Rente und kümmern sich nur zu gerne auch mal um ihr Enkelkind. Dazu kommt eben noch, dass die Tochter meiner Bekannten wirklich ein sehr ruhiges und pflegeleichtes Kind ist, das gar nicht erst auf so lustige Ideen kommt wie mein Kleiner (z.B. an Herdknöpfen zu drehen, Schubladen aufzumachen und hochzuklettern, die Klobürste ins Klo zu tunken und damit dann fröhlich schwenkend durchs Haus zu laufen, ...). Auch angesichts meiner depressiven Episoden wäre einfach nicht daran zu denken, noch ein Baby zu bekommen. Angesichts des Umgangs mit Eltern in der Pandemie schonmal noch mehr nicht.

Es ist bei uns schon okay so, wie es ist - ein bisschen Wehmut bleibt dennoch.

Zu Hause zurück gehe ich duschen und kure dabei meine Haare. Hinterher merke ich, dass das wahrscheinlich zu viel des Guten war und zu sehr beschwert, denn die Locken wollen sich nicht mehr so zeigen wie noch am Vortag. Macht nichts, wieder was gelernt.

Wir essen zu Mittag, dann legt sich der Mann hin. Ich spiele solange mit dem Kind, später gehe ich mit ihm raus. Wir spielen in den Schneeresten und machen einen kleinen Spaziergang.

Abends gibt es nochmal ein Dampfbad für den Kleinen. Er hat tagsüber sehr selten gehustet, und der Husten klang auch anders - lockerer, ein bisschen feuchter, nicht mehr so bellend. Wir hoffen, dass sich das mit dem Pseudokrupp vielleicht jetzt erledigt hat.

Den Abend verbringe ich mit einem Buch auf der Couch, der Mann guckt einen Krimi. Um 22 Uhr gehe ich schlafen. Bis dahin war vom Kind erfreulicherweise kein Mucks zu hören, die Nacht wird ohne Hustenanfall sehr ruhig für alle.

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